Brot – im Wandel unserer modernen Zeit

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Was soll ich sagen, aber als Veganerin braucht man auch heute – manchmal –  einfach ein gutes Brot. Seit ich denken kann, ging ich gerne zum Bäcker und holte mir eine Brezel, ein süßes Stückchen oder kaufte einfach ein Brot. Der Bäcker war eine Institution, er gehörte zu meinem Leben. Zu dieser Zeit wurde aber auch richtig gebacken. Das Brot bestand ganz simpel aus: Mehl, Wasser, Salz und Hefe/Sauerteig. Also oldschool.

Aber das änderte sich über die Jahre und die Bäckereien vereinfachten sich das Leben mit Backmischungen, die unglaublich viele Zusatzstoffe enthielten. Das Bäckerhandwerk ging verloren, denn das Brot muss nicht mehr ruhen und gehen, sondern der Teig wird geknetet und dann einfach gebacken. Fertig.

Die Großbäckereien/bzw. Brotfabriken machen das schon seit Jahrzehnten. Ihre Brote und Backwaren allgemein, enthalten viele chemische Helfer, Backtriebmittel, Farbstoffe, Zucker, Butterreinfett, Konservierungsstoffe, Säureregulatoren uvm. Denn wie sollte Brot  – schon vorgebacken und in Scheiben geschnitten  – in einer Plastiktüte ohne Kühlung wochenlang im Supermarkt im Regal überleben? Da schimmelt oder vertrocknet nichts. Das Brot ist wochenlang „weich und frisch“. Auch die Insekten halten sich fern von diesen Backwaren – ich habe noch nie gesehen, dass irgendwelche Falter, Mücken oder Käfer sich in so einer Tüte Toastbrot eingenistet haben…oder du?

Der nächste Schritt waren dann die Backshops, die den ganzen Tag lang „frisch“ aufgebackene Backwaren anboten. Anfangs unterboten sie die Preise normaler Bäckereien und trieben viele von diesen in den Bankrott. Die tiefgefrorenen, chemisch behandelten Teiglinge aus osteuropäischen oder asiatischen Brotfabriken, teils roh/teils schon gebacken, wurden angeboten als frisches Brot oder Brötchen. Es konnte also jeder Mensch, der einen Ofen bedienen kann, eine Bäckerei eröffnen … sehr fragwürdig.

Kein Mensch dort kümmert sich darum ob Zutaten, die nicht in ein Brot oder Brötchen gehören, in den tiefgefrorenen Teiglingen enthalten sind. Die Mitarbeiter backen diese brav auf und stellen keine Fragen. Auf meine Nachfrage ob Milch in den Brezeln sei, die ich vor ca. 14 Jahren stellte, war die Mitarbeiterin sehr hilfsbereit und suchte nach dem Ordner mit den Zutatenlisten. Es dauerte etwas bis sie die Brezeln fand, aber dazu muss man halt auch das Alphabet kennen. Den Brezeln und Brötchen wird beispielsweise Milchpulver zugefügt und Allergiker haben keine Ahnung, woher Unwohlsein oder allergische Reaktionen auf einmal kommen, obwohl sie nur ein Tafelbrötchen gegessen haben. Also, sie las mir die Zutatenliste laut vor und reagierte nicht bei der Zutat „Milchpulver„. Meine Reaktion war folgende: „In Ordnung, dann ist also Milch in den Brezeln, bzw. in allem Laugengebäck!“ und sie antwortet: “ Nein, da ist keine Milch drin.“ Ich schaute sie nur an und war baff. Dann antwortete ich: „Doch, denn Milchpulver wird aus MILCH hergestellt. Wenn sie wieder mal jemand fragt…in den Brezeln ist MILCH.“ Trotz allem bedankte ich mich und verließ kopfschüttelnd den Backshop.

Aber die Entwicklung geht weiter und heute hat jeder Supermarkt oder Discounter eine riesige Backstation, an der sich Kunden selbst bedienen können. Man braucht nicht einmal mehr zum Bäcker zu gehen, denn der ist ja schon da. Dort wird dasselbe Sortiment wie in Backshops angeboten, nur noch günstiger. Anfangs hingen die Zutatenlisten noch unter dem jeweiligen Brot, aber mittlerweile nicht mehr. Warum wohl?

Zum Glück gibt es auch viele Menschen, die diese Zusammenhänge erkannt haben und Ihrer Familie und sich selbst etwas Gutes tun wollen. Aber wie? Es ist eigentlich ganz einfach. Frag einfach beim Bäcker nach, ob dort richtig gebacken wird und zwar ohne Backmischungen? Wenn man schon Brot ißt, sollte es gutes Brot sein.

In Stuttgart gibt es immer mehr kleine Bäcker, die ganz tradizionell backen. Es ist nichts ungewöhnliches, dass vor dem Bäcker eine Warteschlange ist und alle Kunden sind bereit, für ein gutes, richtiges Brot, mehr zu bezahlen. Hoffentlich setzt sich dieser Trend durch.

Nur leider vertragen nicht alle Menschen genmanipulierten Weizen und anderes glutenhaltiges Getreide, gutes Brot hin oder her, … aber davon nächstes Mal mehr.